Main Post 08.05.18 – Spontane Premiere im Weinberg

Es sollte eigentlich „nur“ eine Generalprobe sein und wurde wie von selbst zu einer begeisternden Premiere: das Symphonische Blasorchester (SBO) der Musikkapelle Lengfurt spielte sich im Wengertshaus der Familie Frank im Oberrot in Lengfurt mit ihrem feinen „Klassik und Rock im Bläsersound“ in die Herzen der wohl weit über 500 Zuhörer.

Bei herrlichem Frühlingswetter wurde der Abend durch die 47 Musiker des SBO zusammen mit der Rockgruppe „Partyl3rm“ zu einem runden Gesamtkunstwerk. Nachdem der 1969er-Rock-Klassiker „Venus“ der niederländischen Band „Shocking Blue“ mit großem Bläsersatz und Rock-Sound genussvolles Staunen und Vorfreude auf mehr „Klassik-trifft-Rock“ hervorgerufen hatte, folgte erst zweimal Klassik pur. In der klangvollen „Ouvertüre 1812“ von Pjotr Tschaikowski konnte man in einem mehrminütigen Glockenspiel erleben, wie die historische Auseinandersetzung der Armeen Russlands und Napoleons zu mächtiger Musik wurde.

Das SBO ließ „wer hören will, muss fühlen“ wahr werden, denn im Vollklang gewordenen, wuchtigen Schlachtengetümmel wurden die immer wieder aufblitzenden Bruchstücke der Marseillaise dann auch noch durch den Kanonendonner fulminant kulminant: Zweimal je fünf Böllerschüsse, abgefeuert weit jenseits des Weinbergs, sind Teil des Stücks. Mit der 13-minütigen „Second suite“ von Gustav Holst zeigte das SBO eindrucksvoll, warum man sich mit diesem Prüfungs-Musikstück jüngst beim Wertungsspiel in Ingolstadt erneut unter die bayrischen Top Ten der Laien-Blasorchester gespielt hat.

Reggae-Rhythmik, erzeugt durch Bläser-Akkorde, geht das? Ja, und zwar eindrucksvoll bewiesen in Stings „Englishman in New York“, zu dem an verschiedenen Plätzen des „Oberrot-Parks“ sogar zaghaft getanzt wurde, mit großartigem Solo durch Christoph Arz am Saxophon. Hervorragend ebenfalls die beiden Solisten Julia Roos (Flügelhorn) und Yannick Trapp (Alt-Saxofon) bei dem wunderbaren Crossover-Jazz-Stück „Children of Sanchez“ von Chuck Mangione. Mit dieser „Generalprobe = Premiere“ waren neben den Zuhörern, die mehrfach spontan applaudierten, auch Dirigent Michael Geiger und die Musiker rundum zufrieden, nicht nur wegen des lang anhaltenden kräftigen Schluss-Applauses.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.